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Alle Reden über Altersarmut, wir handeln!

“Alle reden über Altersarmut, wir handeln!” – Wie die Diakonie Altersarmut fördert.

Zugegeben, ein provokanter Titel. Aber dieser Artikel soll zeigen, dass gerade die Diakonie, die sich den Kampf gegen die Altersarmut mit auf die Fahnen geschrieben hat, diese bei ihren ArbeitnehmerInnen -zumindest- in Kauf nimmt.

Der Betriebsgruppe der Stadtmission Heidelberg liegt inzwischen ein keines Programm vor, welches schnell und unkompliziert verschiedene Tarifsysteme und verschiedene Eingruppierungen miteinander vergleicht. Der Trend ist eindeutig. Je länger man in der Diakonie arbeitet, desto weniger verdient man in Vergleich zum TVÖD und zum TVUK.

Das Skandalöse an der ganze Sache ist jedoch, dass die Unterschiede in den unteren Lohngruppen immer größer werden. Gerade diejenigen welche eh wenig verdienen, verdienen in der Diakonie besonders wenig.

Ein Versorgungsassitent beispielsweise, der am 01.01.1995 angefangen hat zu arbeiten verdient in 20 Jahren in der Diakonie ca. 181.000 € weniger als im TVUK und  ca. 150.000 € weniger als im TVÖD. Genaueres zeigt die Grafik nebenan.

 

 

 

 

Hat der Versorgungsassitent am 01.01.2012 angefangen, sind die Unterschiede nicht mehr ganz so groß. Es sind innerhalb von 20 Jahren “nur” noch 165.000 € Unterschied im Vergleich zum TVUK und 112.000 € im Vergleich zum TVÖD.

 

 

 

 

Bei einer Reinigungskraft sieht es ähnlich aus! Hat sie am 01.01.1995 angefangen zu arbeiten, verdient sie im Vergleich zum TVUK in 20 Jahren 172.000 € weniger. Im Vergleich zum TVÖD 159.000 € weniger. Hierbei ist zu beachten, dass diese Zahlen nur für die Reinigungskräfte die direkt an der Uniklinik angestellt sind gilt, nicht für die Klinik-Service-GmbH. Allerdings haben viele Reinigungskräfte noch Verträge direkt mit der Uni und werden somit auch nach TVUK bezahlt.

 

 

 

Wenn die Reinigungskraft zum 01.01.2012 angefangen hat, werden die Unterschiede kleiner. Es sind dann “nur” 146.000 € im Vergleich zum TVUK und 112.000 € in Vergleich zum TVÖD, alles innerhalb von 20 Jahren.

 

 

 

 

Dieses Spiel lässt sich beliebig fortsetzen. Durch alle Lohngruppen hinweg sieht man, dass nach AVR DW EKD weniger gezahlt wird, als nach TVÖD oder gar TVUK. Die Unterschiede sind in den oberen Lohngruppen allerdings nicht so hoch wie in den unteren Lohngruppen. Auch ist es so, dass jemand der erst 2012 angefangen hat zu arbeiten besser dasteht als jemand der schon länger arbeitet.

Die Verlierer des Systems sind also vor allem Geringverdiener und langjährige Mitarbeiter!

Ergänzend ist noch anzumerken, dass die Zahlen unseres Programms sehr realistisch sind, es liegen den Berechnungen fiktive Dienstpläne zu Grunde. Nachtzuschläge (soweit vorhanden) und/oder Wechselsichtzulagen sind berücksichtigt. Sollte jemand dazu noch Fragen haben kann er gerne die Kommentarfunktion nutzen um diese Fragen zu stellen. Wir werden uns bemühen sie zu beantworten. Wir werden das Programm auch auf dem nächsten Treffen der Betriebsgruppe vorstellen und dann auch gerne vor Ort Fragen dazu beantworten.

 

Abschließend beleibt noch zu sagen, dass es gerade in den oberen Lohngruppen auch vorkommen kann, dass jemand der noch nicht so lange in der Diakonie arbeitet und mehrere Kinder hat (“Kinderbonus” in der Diakonie) mehr verdient als in TVÖD. Aber das ändert nichts an dem grundlegenden Problem. Das sind Einzelfälle und eh schon relativ gut verdienende Mitarbeiter. Fällt der “Kinderbonus” weg, fällt auch der minimale Verdienstvorteil weg. Der Kampf gegen Altersarmut jedoch sieht anders aus!

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