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Tarifvertrag Diakonie Niedersachsen unterschrieben – um Nachahmung wird gebeten

verhandlungen

ver.di hat mit dem Diakonischen Dienstgeberverband Niedersachsen (DDN) einen Tarifvertrag abgeschlossen. In ihm sind im Wesentlichen alle Regelungen zusammengefasst, die zuvor in Arbeitsvertragsrichtlinien festgeschrieben waren. Von dem Tarifvertrag profitieren jetzt die rund 37.000 Beschäftigten des DDN in Niedersachsen, sie arbeiten in Krankenhäusern und Sozialstationen, in der Alten-, Behinderten-, Jugend- sowie der Wohnungslosenhilfe.

Damit schreibt ver.di in Niedersachsen in Stück Tarifgeschichte, denn bislang hat es noch keinen für die Fläche geltenden Tarifvertrag mit einem kirchlichen Arbeitgeberverband gegeben. In Kirche, Caritas und Diakonie gestalten paritätisch besetzte Kommissionen die Arbeitsbedingungen im so genannten dritten Weg. Die Möglichkeit von Streiks gibt es dabei allerdings nicht. Der Tarifvertrag bedeutet eine Wende vom bisherigen kirchlichen Arbeitsvertragssystem hin zu einer tarifvertraglichen Basis zweier gleichberechtigter Sozialpartner.

Die Verhandlungen hatten im April begonnen, zuvor hatten beide Seiten im März mit einer „Vereinbarung einer sozialen Partnerschaft zur Regelung der Arbeitsverhältnisse“ die Grundlage dafür geschaffen. „Es ist ein großer Erfolg für Niedersachsen“, sagt Berno Schuckart-Witsch, der zuständige ver.di-Sekretär auf Bundesebene. Zu verdanken sei er den vielen aktiven Kolleg/innen, die in den vergangenen Monaten viel Druck auf den Arbeitgeber entwickelt hatten. Sie seien damit auch Vorbild für ihre Kolleg/innen bundesweit. Immerhin hätten schon einige Landeskirchen angekündigt, dass auch sie sich in den nächsten Monaten in Richtung von Verhandlungen bewegen wollen.

Der Vertrag habe einen ähnlichen Umfang wie der Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes, sagte Annette Klausing, zuständige Sekretärin im ver.di-Landesbezirk Niedersachsen-Bremen. Geregelt seien zum Beispiel Urlaub, Arbeitszeit und Zuschläge. Jetzt will ver.di mit dem DDN so schnell wie möglich über ein höheres Entgelt verhandeln. Ziel der Tarifpartner ist außerdem, nun auch in anderen Wohlfahrtsverbänden einen Tarifvertrag für die insgesamt rund 120.000 Mitarbeiter/innen in der Altenpflege in Niedersachsen auszuhandeln.

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