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Bericht aus der Betriebsgruppe – Erläuterungen zum Flugblatt

Ich möchte die Gelegenheit nutzen ein paar Anmerkungen zum gestrigen Treffen der Betriebsgruppe und somit auch zum neusten Flugblatt zu machen. Immer wieder forderten wir  eine Tarifvertrag ähnlich dem TV-UK und noch soll doch “nur” der AVR-Baden umgeschrieben werden: Warum?

Irene Gölz

Irene Gölz berichtete von den Verhandlungen

Wie ihr dem neusten Flugblatt entnehmen könnt, wird auf Basis der AVR DW EKD bzw. Baden ein Tarifvertrag erstellt auf dessen Basis dann weiter verhandelt werden soll. Irene Gölz, ver.di Verhandlungsführerin bei den Verhandlungen mit der Stadtmission, war gestern Abend bei uns zu Gast und erläuterte wieso das so ist:

Die Verhandlungen waren relativ schnell an einen Punkt gekommen wo klar wurde, dass es nur konstruktiv weitergehen würde, wenn die Verhandlungskommission den Arbeitgeber das Zugeständnis machen würde auf Grundlage eines verbesserten AVR zu verhandeln. Scheinbar ist es für den Arbeitgeber immens wichtig, dass “AVR” über dem zu Verhandelnden Tarifwerk steht, bzw. dass die AVR auch in diesem Werk wiederzuerkennen sind. Irene Gölz berichtete uns, dass die Verhandlungskommission sich dazu entschloss dieses Zugeständnis zu machen und es entspann sich gestern Abend eine kontroverse Diskussion darüber.

Der strikte demokratische Aufbau von ver.di verlangt es, dass die Tarifkommission den Kurs der Verhandlungskommission (VK) “absegnet” und gestern zeigte sich, dass nicht alle Mitglieder der Tarifkommission (TK) den Kurs “Verhandlungsgrundlage bilden die AVR” mittragen wollten. Im Laufe der Diskussion zeigte sich aber, dass die Argumente der Mitglieder der VK doch überzeugen konnten. Da unsere Leser hier vielleicht auch zunächst skeptisch über den nun beschlossenen Kurs sind möchte ich hier die wichtigsten Argumente zusammen fassen:

Argumente
Einige Argumente sprechen dagegen die AVR als Verhandlungsgrundlage zu nehmen, viele aber auch dafür

  • Nicht alles in den AVR ist schlecht! Eine Arbeitsgruppe ist dabei den AVR genauestens zu durchkämmen und wir wollen natürlich die Vorteile die im AVR enthalten sind weiterhin behalten (z.B. Kinderzuschläge)
  • Uns wichtige Regelungen aus dem TV-UK werden in das neue Tarifwerk übernommen! Vor allem die sehr einfachen und somit für alle verständlichen Regelungen z.B. zu den Zuschlägen und zur Arbeitszeit werden Einzug finden in das neue Werk.
  • Komplizierte Absätze der AVR werden redaktionell überarbeitet und soweit möglich vereinfacht! Wir wollen dass die AVR für jedermann lesbar sind.
  • Von uns kritisierte Regelungen der AVR werden wir streichen! Betroffen hiervon werden z.B. sämtliche Öffnungsklauseln (Absenkung der Jahressonderzahlung usw.) sein.
  • Wichtig ist ein verbindlicher, gerechter Tarifvertrag, wie er heißt ist egal!  Zwar haben wir uns bei unseren Forderungen immer am TV-UK orientiert, aber: Es ging immer darum einen Tarifvertrag zu erstreiten, der gerecht, einfach und verbindlich unsere Arbeitsbedingungen und unsere Bezahlung regelt. Wir wollen selbst mitbestimmen und mitgestalten können. Die Grundlage können auch die AVR sein, solange unsere Ziele erreicht werden.
  • Wir sind dem Arbeitgeber entgegen gekommen und in Vorleistung getreten! Diese Entgegenkommen kann und wird es uns bei den weiteren Verhandlungen ermöglichen unsere Position zu stärken, wenn wir den Arbeitgeber an dieses Entgegenkommen erinnern.

Das wichtigste Argument war aber, dass ein Zustimmungsvorbehalt der TK enthalten ist. Das fertige Tarifwerk wird beim nächsten Treffen der Betriebsgruppe, welches zeitgleich ein Treffen der TK ist vorgestellt und der TK zur Abstimmung vorgelegt. Sollte zu viel AVR und zu wenig TV-UK enthalten sein, behält die TK es sich vor, das Werk abzulehnen. Wie seht ihr das? Überzeugen euch die Argumente? Bitte, bitte nutzt die Chance und wirkt mit:

Beteiligt euch!
Nutzt die Möglichkeiten zur Beteiligung die wir euch bieten. Am besten jetzt gleich hier per Kommentar!

Was den Prozess der Tariffindung jetzt mit ver.di vom “Dritten Weg” unterscheidet ist die Transparenz und direkte Mitbestimmung die nun geboten wird. Wir werden euch selbstverständlich immer über alle Schritte hier auf der Homepage oder per Flugblatt informieren. Darüber hinaus bieten wir JEDEM die Möglichkeit sich einzubringen und mitzugestalten! Es bleibt nun jedem überlassen die Chance zu ergreifen. Wir laden euch ein: Macht mit!!

3 Kommentare

  1. Thomas Heger sagt

    Würde das auch bedeuten, dass der “Tariffertrag” eine festgeschriebene Laufzeit hat und danach wieder von unserer Tarifkommission neu verhandelt wird? Möchte nicht weiter von arbeitsrechtlichen Kommissionen abhängig sein, die irgentwo in Timbuktu einen Tariffertrag für uns abschließen.
    Dann könnte ich auch mit der Bezeichnung AVR leben. Wenn es gerecht, fair und demokrat. geregelt ist, ist es doch egal was darüber steht.

  2. Irene Gölz sagt

    Hallo Thomas,
    so ist es.
    Der Vertrag wird eine feste Laufzeit haben, kann von ver.di oder der Stadtmission gekündigt (ganz oder bestimmte Teile wie z.B. die Entgeltabelle) und zwischen den beiden Vertragspartnern neu verhandelt werden. Das Ganze wird auch nicht AVR heißen.
    Herzliche Grüße
    Irene Gölz

  3. Anonymous sagt

    Ich hoffe sehr, dass die Arbeitgeber dieses Entgegenkommen (und ich sehe es als GROßES Entgegenkommen) bei den Verhandlungen auch zu würdigen wissen!!

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