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“So wollte ich nicht arbeiten”

Krankenhausflur

Krankenhausflur, Quelle: sxc.hu

Sie haben eine Hochschulausbildung, bleiben in ihrem Heimatland aber oft ohne Job: Spanische Krankenpfleger sollen in Deutschland den Fachkräftemangel ausgleichen. Doch manche von ihnen sind erschrocken über den Zustand der deutschen Pflege […]

Vor der Bundestagswahl war der Fachkräftemangel in der Pflege ein großes Thema in vielen Talkshows und bei vielen Wahlkampfveranstaltungen. Bekannt ist das Thema aber schon länger. Schon im Oktober vergangenen Jahres berichteten wir über einen Modellversuch des Arbeitgeberverbandes Pflege um Pflegekräfte aus China nach Deutschland zu holen.
Inzwischen hört man von diesem Modellversuch in der breiten Öffentlichkeit nichts mehr. Stattdessen sind Pflegekräfte aus Spanien in den Fokus gerückt. Während es für die gut ausgebildeten Pflegekräfte in Spanien immer weniger Jobs gibt sind in Deutschland viele Stellen unbesetzt.

Spanische Pflegekräfte erschrocken über Zustände in deutschen Krankenhäusern

Hier jedoch habe ich einen Bericht darüber gefunden, dass etliche dieser Pflegekräfte inzwischen Deutschland wieder den Rücken kehren, da sie nicht bereit sind unter den hierzulande herrschenden Bedingungen zu arbeiten!!
In den Bericht heißt es beispielsweise:

Tatiana erzählt, sie sei ermahnt worden, nicht zu viele Windeln zu wechseln, auch wenn Patienten damit oft lange Zeit in ihrem Urin gelegen hätten. Sie solle Windeln sparen, habe ihre Vorgesetzte erklärt. Selbst im krisengeplagten Spanien mit all seinen Kürzungen im Gesundheitswesen sei so etwas undenkbar, sagt sie.

Hierbei scheint es sich keineswegs um einen Einzelfall zu handeln. Die traurige Wahrheit ist, dass inzwischen in vielen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen in Deutschland Zustände herrschen für die sich eine reiche Industrienation eigentlich schämen sollte! (Berichte gibt es zahlreiche. Auch bei uns z.B. HIER.)

Uns bleibt nur zu hoffen, dass die Politik bald reagiert, denn sonst wird sich die Situation weiterhin verschlimmern. Immer weniger Menschen sind bereit unter diesen Bedingungen zu arbeiten und scheinbar lässt sich das Problem nicht so einfach durch Fachkräfte aus dem Ausland beheben, wenn selbst diese die Hände über dem Kopf zusammen schlagen über die teils katastrophalen Verhältnisse.

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