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Flugblatt Nr. 11 Juli 2013

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Herr Unrath kommt mit leeren Händen!

Wir machen weiter, bis wir einen Tarifvertrag verhandeln !
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Am 3.7.2013 hat die ver.di-Betriebsgruppe ihre Sitzung trotz Arbeitskampfvorbereitung unterbrochen und für zwei Gäste der Stadtmission Herr Unrath, Geschäftsführer und Herr Wetzel, Personalleiter geöffnet. Viele von Euch waren dabei.

Wie wir schon berichteten, fanden in der Zwischenzeit einige Gespräche zwischen der Stadtmission und ver.di auf verschiedenen Ebenen statt.

Vereinbart wurde, der Stadtmission eine Rückkoppelung mit dem Diakonischen Werk (DW) Baden bis Ende Juni zu ermöglichen und danach weitere Gespräche ggf. Verhandlungen zu führen.
Terminiert ist dafür der 19. Juli 2013.

Brand heiß war also Herr Unraths öffentlicher Bericht vom Rückkopplungs­gespräch des 24.6. zwischen Stadtmission und DW in der Betriebsgruppe am 3.7.

Herr Unrath behauptet…

es ginge auch ohne Tarifvertrag. (Das heißt: weiterhin DRITTER WEG!)
das DW arbeite bereits an Satzungsänderungen, die zum Ziel haben, die Bedingungen des BAG-Urteils für einen Dritten Weg zu erfüllen. (Unsere Frage: Wie lange wird das dauern?)
das DW gehe z.Z. davon aus, dass die Zusatzversorgung unter Tarifvertragsbedingungen schwer abzusichern sei. (Wir wissen: in Oldenburg ging es auch, mehr auf der Rückseite)
Das DW-Schreiben wolle Hr. Unrath nachreichen.

 Außerdem versuchte Herr Unrath, mit materiellen Angeboten, für den Verbleib im Dritten Weg zu werben:
Aktuell: Die Jahressonderzahlung solle für alle Teilgesellschaften (bisher nur Salem und Reha-Kliniken für 2014)  für die Jahre 2014 und 2015 zugesichert werden. Vielleicht könne auch über eine weitere Erfahrungsstufe nachgedacht werden. „Warum nicht?“, so Herr Unrath.

Das ist der beste Beweis: unser gemeinsamer Druck wirkt!

Empörend 

finden wir den Versuch der Geschäftsführung, uns Angst zu machen.

Auf unsere Forderung nach einem Tarifvertrag gingen Herr Unrath und Herr Wetzel nicht ein. Sie hatten einzig den Blick auf die Interpretation des BAG-Urteils und auf einen in ihrem Sinne geänderten Dritten Weg gerichtet – natürlich ohne Tarifverhandlungen, ohne Streikrecht.

Wir meinen:
1. Eindeutig lässt das BAG-Urteil zum Streikrecht in Kirche und Diakonie vom Nov. 2012 den Tarifvertragsweg zu. Hier gibt es keinen Interpretationsspielraum. Diesen Weg wollen wir!

2. Das bekannte Scheinargument, die Stadtmission könne aus Satzungsgründen ausgeschlossen werden, wird durch Wiederholung und Ausweiten auf die Zusatzversorgung (KZVK) nicht besser. Denn die Stadtmission bliebe auch ohne Zugehörigkeit zu diesem DW eine kirchliche Einrichtung und damit verblieben sie und die Beschäftigten auch zukünftig in der Zusatzversorgung.
Ein guter Arbeitgeber sollte sich in erste Linie um das Wohlergehen seiner Mitarbeiter sorgen und nicht um die Zugehörigkeit zu irgendeinem Dachverband. Das Szenario ist durchsichtig und soll Angst schüren.
Mit der KZVK wird versucht zu punkten, aber der Ausstieg aus der allein Arbeitgeberseitigen Finanzierung und die Umstellung auf Punktesystem hat bereits zur Kostenbeteiligung und Versorgungsabsenkungen geführt.

3. Satzungsänderungen werden zu eigenen Zwecken durchaus vom DW gemacht. Dies ließe sich also  –wie im Falle Oldenburg- nach Abschluss eines Tarifvertrages auch für die Stadtmission, das zweitgrößte Mitglied des DW Baden, umsetzen, wenn man denn will.

11 Kommentare

  1. Anonymous sagt

    Es hat sich nichts geändert,
    man sollte sie einfach im Stich
    lassen ! Die Leitung ist zum Kotzen !

  2. Anonymous sagt

    Meinst Du mit “im Stich lassen” kündigen? Willst Du etwa gehen?
    “Die Leitung ist zum Kotzen” –> Ich glaube wir sollten die Seite hier nicht nutzen um im Schutze der Anonymität ausfällig zu werden. Aber ich kann Deinen Ärger verstehen :-)

  3. Anonymous sagt

    Den Ärger kann ich auch verstehen! “Herr Unrath kam mit leeren Händen” stimmt ja auch nicht ganz. Er hat über die Jahressonderzahlung gesprochen.
    Er hat also versprochen und nichts von dem wegzunehmen, was uns sowieso zusteht!
    Ist das nicht prima?!?

  4. jürgen Stier-Miltner sagt

    Beide haben sich gezeigt wie unglaubwürdig sich die Verantwortlichen der Stadtmission Heidelberg
    vor den Kolleginnen/Kollegen präsentiert haben. Das einzigste uns mit der Jahressonderzahlung für
    alle Bereiche auch für das Jahr 2015 zu zusagen. Aber was kann ich usagen was uns sowieso zusteht.
    Mit einem Tarifvertrag kann ich dies alles mit einbringen und festschreiben aber genau das wollen sie
    nicht. Sondern den Kolleginnen/kollegen Angst einflössen mit der Aussage zur KZVK. Jeder vernünftige
    Verhandlungspartner wird eine Möglichkeit finden weiterhin in der KZVK zu verbleiben und dies nicht als
    Druckmittel uns gegenüber zu verwenden. Wie traurig sind diese Partner oder und das befürchte ich, dass
    sie Angst haben ihre Macht zu verlieren. Traurig.
    Kolleginnen/Kollegen wir werden weiter machen und für einen Tarifvertrag für die Statmission kämpfen.
    Ich Danke allen für den Einsatz und wünsche uns mit den Kolleginnen/Kollegen von Verdi weiter hin viel
    Kraft und Erfolg.

  5. Daniel Wenk sagt

    Zum einen lässt die derzeitige Satzung des DW Baden in § 5 (6) Ausnahmen von der Anwendung des Kirchlichen Arbeitsrechts (3. Weg) zu. Der Aufsichtsrat kann diese Ausnahmen erteilen. Zum anderen rechtfertigen Verantwortliche des DW Baden Lohndumping in Servicegesellschaften durch Anwendung von billigeren Tarifen der IG BAU oder der NGG, es sei doch ok es sind ja schliesslich Tarifverträge! Wenn aber Tarifverträge angewandt werden sollen, die besser als die AVR sind, dann soll es auf einmal nicht mehr gehen. Klar – der 3. Weg kann immer so verändert werden, dass die Arbeitgeber die gewünschten Ergebnisse bekommen – so einen Vorteil möchte man nicht gerne hergeben. Die Zeit ist aber nun gekommen!

  6. Durin sagt

    Danke an Alle, die sich hier auf unserer Seite beteiligen!
    Die vielen Kommentare zu unserem aktuellen Flugblatt zeigen, wie emotional das Thema ist. Leider aber auch, wie enttäuscht viele sind.

    Daniel: Vielen Dank für Deinen Beitrag hier. Dein fundiertes Wissen ist uns immer Willkommen!

    Eine Bitte an alle: Nutzt die Seite hier nicht um ungefiltert Frust abzuladen! Der erste Kommentar hier ist sicherlich aus Wut und Enttäuschung entstanden und natürlich haben wir dafür Verständnis! Allerdings ist er auch an der Grenze dessen, was wir hier auf dieser Seite an Kommentaren tolerieren werden. Unpassende Kommentare werden gekürzt oder ggf. gar nicht erst freigegeben.
    Bei Fragen dazu nutzt bitte die zahlreichen Kontaktmöglichkeiten auf dieser Seite.

    • Anonymous sagt

      Hallo Dirk,

      meinst Du mit der “Zuwendung” die Jahressonderzahlung? Wenn ja, so stimmt es, dass die Höhe im BAT nicht bei 100% eines Monatsgehaltes lag, bzw. liegt. Aber dafür ist die Auszahlung SICHER. D.H. der Arbeitgeber kann nicht einfach (wegen schlechter wirtschaftlicher Lage) ein Teil des Geldes einbehalten.
      Ein GROßER Unterschied zum AVR.

      Dein Artikel über die Lufthansa ist zwar interessant. Aber ich denke solche Geschichten von Leuten die plötzlich nach einem ver.di Tarifabschluss weniger Geld hatten sind für uns nicht zutreffend weil:

      – ver.di sind wir! & Wir sind ver.di! Wir selbst können bei Tarifverhandlungen selbst entscheiden und bestimmen was wir sollen und welchen Bedingungen wir zustimmen.
      -die Tarifkommission besteht aus gewählten Mitarbeitern der Stadtmission aus den verschiedensten Bereichen. Sicherlich wird niemand aus der Tarifkommission etwas Verhandeln was plötzlich zu einer Absenkung der Gehälter führen würde. Bei einem großen Unternehmen wie der Lufthansa sind sicherlich nicht alle Berufsgruppen in der Tarifkommission vertreten. Bei uns schon!!
      – Jeder kann zu den Treffen Mittwochs kommen und sich engagieren und auch seine sorgen oder Befürchtungen einbringen. Dies ist auch der Ort an dem sich die Tarifkommission der Betriebsgruppe gegenüber verantwortet. Der demokratische Aufbau bei uns verhindert so etwas.

      Ansonsten schau Dir doch das Tarifinfo-Sonderheft an. Oder komm einfach zum nächsten Treffen der Betriebsgruppe.

  7. Pingback: KZVK nicht in Gefahr! | Betriebsgruppe-Stadtmission.de

  8. Schwester Hedwig (Philippus) sagt

    Die Arbeitgeber billigen einzig und alleine nur das zu, zu dem wir sie zwingen. Warum sollten sie auch mehr bieten als sie müssen?
    Deshalb dürfen wir ihnen gegenüber keinen Zentimeter nachgeben.
    Wir brauchen SPÜRBARE Lohnerhöhungen, so dass wir soviel verdienen wie das deutsche Durchschnitt-Gehalt, und eine spürbare zahlenmäßig Aufstockung des Personals. Darunter geht gar nichts. Darunter macht keine Verhandlung einen Sinn.

    Notfalls müssen wir streiken, bis sie alle Forderungen restlos erfüllen.

    Also ich gebe mir noch maximal 2-3 Jahre, dann werfe ich den Bettel hin, wenn sich bis dahin nichts grundlegend ändert.

    Wenn wir keine grundlegenden spürbaren Verbesserungen in halbwegs annehmbarer Zeit durchkriegen, könne sie sich ihr Pflegepersonal backen, denn wer, der halbwegs bei Verstand ist, will da noch bei denen arbeiten?

    Es spricht sich doch langsam rum, wie es in den Altenpflegeheimen der Stadtmission zugeht. Also ich erzähle überall, wie die Arbeitsbedingungen sind und warne DRINGEND alle jungen Leute, diese Ausbildung zu machen, wenn sie keinen Hang zum Masochismus haben.

    • Durin sagt

      Hallo Schwester Hedwig!

      Schön zu sehen, dass jemand aus dem Philippus such hier meldet. Lange Zeit sah es danach aus, als würden die KollgeInnen aus dem Philippus sich wenig für die ver.di Betriebsgruppe interessieren. Inzwischen waren aber sogar einige von euch bei unseren Betriebsgruppen-Treffen!
      Das freut uns sehr!
      Die Arbeitsbedingungen sind sicherlich in vielen Altenpflegeheimen in ganz Deutschland mehr schlecht als recht. Die Gewerkschaft ver.di will versuchen die politischen Rahmenbedingungen, z.B. die Finanzierung der Pflegeeinrichtungen zu verbessern.

      Wir werden hier vor Ort versuchen ganz konkrete Verbesserungen durchzusetzen.
      Auf unserer Seite werden wir demnächst die Tarifkommission verstellen, so dass jeder weiß wer Ansprechpartner für die Verhandlungen ist.
      Natürlich sind wir darauf angewiesen, dass von euch Vorschläge kommen, bzw dass ihr uns mitteilt wo der Schuh am meisten drückt.

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