Allgemein, Flugblatt, Schwarzes Brett
Kommentare 1

Flugblatt Nr. 8 (Mai 2013)

Flugi8

Die Verhandlungsergebnisse in der Arbeitsrechtlichen Kommission des Diakonischen Werks der EKD wurden für Baden durchgewunken. Abgesehen von den Lohnerhöhungen gibt es auch Verschlechterungen.

Die Jahressonderzahlung – eine Tragödie in mehreren Akten

  • Im ersten Akt der Tragödie wurde die Jahressonderzahlung gesplittet, wobei der zweite Teil der Zahlung im Folgejahr an das jeweilige Betriebsergebnis der Einrichtung gekoppelt wurde. Bei schlechtem Betriebsergebnis kann der Arbeitgeber entscheiden, den zweiten Teil der Jahressonderzahlung einzubehalten.
  • Im zweiten Akt entschied die Arbeitsrechtliche Kommission, dass das Betriebsergebnis so zu berechnen ist, dass nach Abzug der Investitionskosten der Einrichtung die Ertragssituation positiv sein muss, damit der zweite Teil der Jahressonderzahlung an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen fließt.
  • Im dritten Akt der Tragödie wird nun weiter auf dem Rücken der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für schlechte Zeiten vorgesorgt:

Die Jahressonderzahlung wird nun so gesplittet, dass der ertragsabhängige Teil 75 % beträgt und der erste tatsächlich zu zahlende Teil nur noch 25 % eines Monatsverdienstes! Das soll für Einrichtungen der Altenhilfe, Rehabilitation, Jugendhilfe sowie ambulante Dienste und Beratungsstellen gelten.

Christian Dopheide, Vorstand des v3D (Verband diakonischer Dienstgeber Deutschlands) erklärt: „Die ARK arbeitet reibungslos und hat mit den aktuellen Beschlüssen mittelfristig Planungssicherheit geschaffen, die den Trägern und Einrichtungen der Diakonie hilft. (…) Insgesamt zeigt sich, dass der kirchliche dritte Weg auch in schwierigen Zeiten zu einem angemessenen Interessenausgleich führt.“ Wessen Interessen sind da ausgeglichen worden??

Liebe Kolleginnen und Kollegen, mit Tarifvertrag wäre das nicht passiert!

Und nun der nächste Knüller:

Bei den Ärzten ist die Jahressonderzahlung bereits anteilig auf das Monatsgehalt drauf geschlagen worden! Weshalb gibt es Tarifverträge?

Damit auch in schlechten Zeiten die Existenzgrundlage der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen gesichert ist. Denn die können nicht beim Einkaufen  sagen:  „Heute  zahle  ich nur 1?4 von dem, was es kostet, meinem  Betrieb geht´s nicht gut!”

Wie steht es mit der Forderung nach Informationsfreiheit in den Betrieben der Stadtmission? Sprich: wie steht´s mit den Schwarzen Brettern?

Der Arbeitsgerichtstermin am 16. Mai ist abgesagt, weil sich ver.di und die Stadtmission verglichen haben. Für uns der volle Erfolg: Wie wir schon vor einem Jahr wussten, haben wir das Recht, Schwarze Bretter auch in kirchlichen Einrichtungen aufzuhängen, ob es sich dabei um betriebsangehörige ver.dianer/ver.dianerinnen handelt oder um externe, das ist egal.

Wir werden das mit dem feierlichen Aufhängen Schwarzer Bretter in den Einrichtungen würdigen, spätestens wenn die gerichtliche Ausfertigung des Vergleichs vorliegt.

Flugblatt Nr. 8